Die 10 wichtigsten E-Commerce-Trends 2021

Auf welche E-Commerce-Trends sollten Unternehmen 2021 setzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Wir stellen unsere Top 10 vor.

Bereits jetzt, im ersten Quartal 2021, zeichnet sich deutlich ab, wie COVID-19 den E-Commerce-Sektor auf unerwartete Weise beschleunigt hat. Das zweite Halbjahr 2020 hat ein anhaltendes Wachstum gezeigt, das sich sehr positiv auf die meisten Online-Unternehmen ausgewirkt hat

Und es ist kein Abbruch dieser Entwicklung erkennbar: Immer mehr Menschen verlagern den Großteil ihrer physischen Einkäufe in das digitale Umfeld. Gleichzeitig eröffnen zahlreiche neue Online-Stores und eine zunehmende Anzahl an Unternehmen weitet ihren Vertrieb auf digitale Kanäle aus. Für E-Commerce-Unternehmen bedeutet das die Chance auf neue Kund:innen und höhere Umsätze. Damit einher gehen aber auch ein erhöhter Wettbewerbsdruck und gestiegene Erwartungen auf Kundenseite.

Um wirtschaftlich dauerhaft erfolgreich zu bleiben, müssen Onlinehändler jetzt am Ball bleiben, neue Kundengruppen anziehen und diese bestenfalls dauerhaft an sich binden. In diesem Artikel untersuchen wir deshalb:

  • wie sich die Verbrauchererwartungen in den letzten Monaten langfristig verändert haben;
  • was Kund:innen im Jahr 2021 von Online-Shopping-Erlebnissen erwarten;
  • auf welche Trends Onlinehändler jetzt setzen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auf diese 10 E-Commerce-Trends sollten Sie 2021 setzen:

1. Im Fokus: User Experience

Laut einer aktuellen Verbraucher-Studie von Magento haben sich bei mehr als der Hälfte (54 %) der Konsument:innen die Erwartungen an das Online-Shopping aufgrund der Pandemie verändert. So kaufen 70 % dieser Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei anderen Händlern ein, wenn sie auf einer Seite Produkte nicht schnell finden. Für 38 % spielen zudem weniger Schritte beim Checkout-Prozess eine entscheidende Rolle.

Darüber hinaus zählen einfach zu findende Preise (66 %), klar ausgewiesene Rabatte (63 %) und genaue Produktbeschreibungen (62 %) zu den drei wesentlichen Dingen, die Verbraucher:innen laut der Magento-Studie auf Händler-Websites erwarten.

Magento-Studio E-Commerce
Quelle: Magento-Studie „Nach dem Kauf ist vor dem Kauf: Studie zu Verbraucherpräferenzen“

Für Onlinehändler bedeutet das, dass sie den Fokus auf eine intuitive Bedienbarkeit ihrer E-Commerce-Plattform legen sollten. Ansatzpunkt ist hier ein durchdachtes UI/UX-Design. Welche konkreten Maßnahmen Sie dafür ergreifen sollten, können Sie in folgenden Blog-Beiträgen Schritt für Schritt nachlesen:

Auch in Sachen SEO spielt die User Experience in diesem Jahr eine entscheidende Rolle: Mit der Google Page Experience führt der Suchmaschinen-Riese im Mai 2021 einen neuen Rankingfaktor ein, der Seiten mit einem positiven Benutzererlebnis besser bewertet. Onlineshops mit einer guten User Experience werden dadurch im Suchranking sichtbarer, was sich wiederum positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Neukundengewinnung auswirkt.

Mit welchen 6 Design-Tipps Sie das Benutzererlebnis Ihrer Webseite optimieren und wie Sie dadurch positiven Einfluss auf Ihr Google-Suchranking nehmen können, können Sie in diesem Blog-Beitrag nachlesen.

2. Gestiegene Ansprüche ans Design

Der Fokus der Verbraucher:innen und der Suchmaschinen auf die User Experience zeigt, dass 2021 höhere Ansprüche an das Design von Onlineshops gestellt werden. Das gilt nicht nur für eine intuitive Bedienbarkeit, sondern auch für den optischen Gesamteindruck der Webseite. Dieser zählt, laut der Magento-Studie, zu den wichtigsten Faktoren dafür, dass Kund:innen beim Online-Einkauf mehr Geld ausgeben. 

UX-Design
Quelle: Eigene Darstellung und GISY

Worauf Sie beim Design Ihres Onlineshops achten müssen, um einen starken und einzigartigen Gesamteindruck bei den Nutzer:innen zu hinterlassen, erläutern wir in diesem Artikel genauer. Darüber hinaus stellen wir Ihnen in unserem Blog die E-Commerce Ui/UX-Design-Trends 2021 vor, auf die Sie in diesem Jahr setzen sollten.

3. Kundenfreundliche Services als Wettbewerbsvorteil

Aufgrund der steigenden Anzahl an E-Commerce-Angeboten müssen Onlinehändler sich 2021 mit Möglichkeiten beschäftigen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Neben den bereits genannten Optimierungen der User Experience und des Designs des Onlineshops gibt es noch weitere Chancen, die Konsument:innen zu begeistern.

Laut der Verbraucher-Studie von Magento sind vergleichbar geringe Preise für 53 % der Befragten ein Grund, mehr als einmal auf einer bestimmten E-Commerce-Plattform einzukaufen. Eine noch größere Motivation hierfür sind allerdings kostenlose Lieferungen und ein unkompliziertes Rückgabeverfahren (je 62 %). Auch ein attraktives Treueprogramm führt dazu, dass Käufer:innen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Stammkund:innen werden.

Auch flexible Zahlungsmethoden werden von Kund:innen beim Onlineshopping im Jahr 2021 erwartet. Neben der Einbindung verschiedener Online-Payment-Anbieter hat in den vergangenen Monaten eine weitere Bezahloption stark an Beliebtheit gewonnen: “Jetzt kaufen, später zahlen”. Indem Unternehmen ihren Kund:innen diesen Service anbieten, können sie sich von den Marktbegleitern abheben.

4. Kundenbindung durch Personalisierung

35 % der in der Magento-Studie befragten Verbraucher:innen bewerten ein Online-Einkaufserlebnis als “herausragend”, wenn ihnen ausschließlich Produkte und Angebote präsentiert werden, die für sie relevant sind. Ein hoher Grad an Personalisierung führt laut der Befragung außerdem dazu, dass die Kund:innen insgesamt mehr Geld im jeweiligen Onlineshop ausgeben. Rund die Hälfte (49 %) gibt an, mehr Waren zu kaufen, wenn sie Produktempfehlungen erhalten, die auf ihrer Einkaufshistorie basieren.

Der erste Schritt für die Personalisierung ist eine genaue Analyse der Personen, die Ihre E-Commerce-Plattform besuchen. Das funktioniert beispielsweise durch das Tracking von Verhaltensdaten mittels spezieller Personalisierungs-Lösungen. Auf diese Weise können mithilfe von KI-basierter Software auf die jeweilige Person zugeschnittene Produktempfehlungen ausgegeben werden. Mehr zum Thema Onsite-Recommendations erfahren Sie in diesem Blog-Beitrag.

E-Commerce-Trends 2021: Personalisierung
Quelle: all4golf.de

Interessant ist das Thema Personalisierung auch im Hinblick auf Transaktionsmails ‒ ein wichtiges E-Commerce-Tool, das häufig unterschätzt wird. Diese haben ein großes Potential zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und -bindung. Wie Sie die Personalisierungsmöglichkeiten von Transaktionsmails voll ausschöpfen, erfahren Sie hier.

5. Für Nachhaltigkeit wird mehr Geld ausgegeben

In der Verbraucher-Studie von Magento gaben 69 % der Befragten an, dass sie eine gute Umweltbilanz des Händlers als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ erachten. Jeder Zweite (49 %) ist sogar bereit, mehr für die Produkte zu bezahlen, wenn eine Marke auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

Dabei können Sie nicht nur auf eine nachhaltige Lieferkette in der Produktion achten, sondern auch Ihre E-Commerce-Plattform so klimafreundlich wie möglich gestalten. Denn das hat sowohl positive Auswirkungen auf unseren Planeten als auch auf die Kundenzufriedenheit und Ihre Conversion Rate.

Konkrete Maßnahmen für einen nachhaltigen Onlineshop finden Sie in diesem Blog-Artikel.

6. Mit Click & Collect neue Zielgruppen erreichen

Click & Collect hat in den vergangenen Monaten einen enormen Aufschwung erlebt. Während die Funktion schon vorher im E-Commerce als fester Bestandteil von Omni-Channel-Strategien zum Einsatz kam, sind die Verkäufe über Click & Collect während der Lockdown-Maßnahmen im Jahr 2020 um 63 % in die Höhe geschnellt.

click & collect
Quelle: Abele Optik

Einige Unternehmen haben durch den zusätzlichen Vertriebskanal sogar neue Kundengruppen erschlossen und ihre Verkaufszahlen gesteigert. Insgesamt ist die Anzahl der Haushalte, die Click & Collect-Services nutzen, zwischen Januar und Juli 2020 um 33 % gestiegen. Die neue Click & Collect-Kundschaft besteht größtenteils aus den Personen, die vor der Pandemie primär im stationären Ladengeschäft eingekauft haben.

Wenn Sie Click & Collect noch nicht anbieten, sollten Sie die Funktion schnellstmöglich in Ihren Shop integrieren, um die steigende Bereitschaft zum Onlineshopping in dieser neuen Zielgruppe zu nutzen. Darüber hinaus sollten Sie diese potentiellen Kund:innen durch zielgruppenspezifische Marketingmaßnahmen auf sich aufmerksam machen. 

Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel Click & Collect: Erfolgsmodell für Einzelhändler.

7. Social Commerce: Verschmelzung von Social Media und E-Commerce

Einer der größten E-Commerce-Trends 2021 ist der anhaltende Aufstieg des Social Commerce. Da viele große Marken Social-Media-Plattformen bereits als alternative Vertriebskanäle einsetzen und immer mehr Verbraucher:innen diese bequeme Shopping-Möglichkeit nutzen, wird sich der Trend in Zukunft weiter festigen: “Social” und “Website” werden mehr und mehr zu einer Einheit verschmelzen.

Eingebettet in eine conversion-orientierte Gesamtstrategie ergeben sich aus der Verbindung von Social Media und E-Commerce Synergieeffekte, die zu neuen Zielgruppen, einer größeren Markenbekanntheit und höheren Umsätzen führen können. 

So bietet Social Commerce beispielsweise für Unternehmen eine einfache und effektive Möglichkeit, mit geringen Investitionen einen zusätzlichen Sales Channel zu etablieren. Darüber hinaus steigern “Visual Storytelling” und die Einbindung von “User Generated Content” in den Onlineshop die Kundenbindung.

E-Commerce-Trends 2021: Social Commerce
Quelle: https://www.instagram.com/maisonsdumonde/

Wie Sie Social Commerce in Ihre E-Commerce-Strategie einbinden können, erklären wir im Blog-Post E-Commerce & Social Media: Synergien nutzen und Conversions steigern.

8. Interaktives Onlineshopping erschafft neue Einkaufserlebnisse

Wie der Trend zum Social Commerce schon zeigt, entwickelt sich der Onlinehandel zunehmend hin zu interaktiven Shopping-Erlebnissen. Diese Entwicklung ist vor allem in Asien zu beobachten, wo Live Commerce – also interaktives Onlineshopping per Live Stream – in den letzten Monaten zum absoluten Mega-Trend avanciert ist.

Durch interaktive Angebote kommt das Onlineshopping dem physischen Einkaufsbummel Stück für Stück näher. Lösungen reichen von persönlicher Beratung per Live Chat bis hin zum sogenannten “Shoppable Quiz”. Hierbei handelt es sich um eine Art interaktive Umfrage, an der Benutzer:innen freiwillig teilnehmen können, kurz nachdem sie auf die Website gekommen sind. Abgefragt werden diverse Dinge, die für die Marke relevant sind, z.B. Haarfarbe, Augenform, Schuhgröße usw.

Die Nutzer:innen werden dadurch animiert, mit der Seite zu interagieren. Gleichzeitig bieten die Ergebnisse dem Unternehmen einzigartige Möglichkeiten für personalisierte Produktempfehlungen.

9. Direct-to-Customer (D2C) Commerce

Der direkte Verkauf vom Hersteller an die Konsument:innen: Dieser E-Commerce-Trend wird sich 2021 fortsetzen. Immer mehr Unternehmen nutzen den Vorteil des D2C-Vertriebs über einen eigenen Onlineshop, da sie dadurch den Preis für ihre Produkte selbst festlegen können und es keine nachträglichen Preisaufschläge für die Endverbraucher:innen gibt. Das bedeutet eine größere Gewinnmarge für den Anbieter und geringere Preise für die Konsument:innen.

Dass Hersteller beim D2C-Vertrieb gezielt Zwischenhändler und Mittelsmänner meiden, macht sie unabhängig vom Einzelhandel. Dadurch liegt die volle Kontrolle über den Markenauftritt beim Hersteller selbst ‒ von der Produktpräsentation bis zum Kundenservice. Gleichzeitig ermöglicht es den Unternehmen, wertvolle Daten über das Kaufverhalten und die Präferenzen der Kund:innen selbst zu erheben und in ihre Forschung und Entwicklung sowie in die Marketingstrategie einfließen zu lassen.

10. Headless Commerce: PWA als Game Changer

Headless Commerce wird schon seit einiger Zeit unter E-Commerce-Experten als Game Changer im Onlinehandel gefeiert. Im Jahr 2021 gewinnt der Trend zunehmend an Bedeutung. Voraussichtlich wird jede Marke, die mehr als 50.000 Besucher pro Monat verzeichnet, in Zukunft auf Progressive Web Apps (PWA) umsteigen.

Die Headless-Technologie bringt eine ganze Reihe an Vorteilen mit sich, u.a.:

  • Maximale Flexibilität in der Frontend-Gestaltung
  • Optimale User Experience auf allen Endgeräten
  • Schnellere Ladezeiten
E-Commerce-Trends 2021: Headless Commerce

Onlinehändler, die 2021 auf PWA setzen, sind nicht nur optimal gerüstet für den E-Commerce der Zukunft, sondern können auch innerhalb kurzer Zeit mit einem hohen ROI rechnen. Mehr zu den Vorteilen von Headless Commerce erfahren Sie in diesem Blog-Beitrag und auf der Website unserer Eigenentwicklung, der PWA hubble.

Fazit

Die Wachstumszahlen im E-Commerce zeigen seit Jahren nach oben. In den letzten Monaten hat sich diese Entwicklung noch einmal enorm beschleunigt: Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein und immer mehr Unternehmen verkaufen ihre Produkte online. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Onlinehändler die Wünsche und Erwartungen ihrer Zielgruppe genau kennen und ihre E-Commerce-Aktivitäten danach ausrichten.

Die in diesem Text vorgestellten E-Commerce-Trends 2021 zeigen auf, was Konsument:innen in diesem Jahr von Online-Shopping-Erlebnissen erwarten und wie Onlinehändler diese in ihrer E-Commerce-Strategie umsetzen können. Darüber hinaus ist es für Unternehmen essentiell, das sich ständig ändernde Verhalten der Verbraucher:innen kontinuierlich zu analysieren und anhand der gesammelten Daten neue Vertriebskanäle, digitale Formate und innovative Features anzubieten. 

Ann-Kathrin Hofmann

Unternehmenskommunikation

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