Google Page Experience: Neuer Ranking-Faktor ab Mai 2021

Von Ann-Kathrin Hofmann und Lukas Heinze
3. Dezember 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Die Google Page Experience wird ab Mai 2021 zum neuen Ranking-Faktor – das hat das Unternehmen im November offiziell angekündigt. Google verfolgt damit weiterhin konsequent das Ziel, die Benutzererfahrung kontinuierlich zu verbessern. Um im Suchranking sichtbar zu bleiben, müssen Seitenbetreiber im Zuge ihrer SEO-Strategie 2021 deshalb vor allem die User Experience optimieren.

Google Page Experience
Quelle: Twitter

Google Page Experience und die Core Web Vitals

Mit der Einführung der Core Web Vitals diesen Sommer hat Google zu verstehen gegeben, in welcher Disziplin der Ranking-Algorithmus verbessert werden soll: in der User Experience (UX). Die sogenannten Core Web Vitals bewerten die Benutzerfreundlichkeit einer Seite im Hinblick auf deren Ladezeit (“Largest Contentful Paint”), die Interaktivität (“First Input Delay”) und die visuelle Stabilität (“Cumulative Layout Shift”). 

  • Largest Contentful Paint: Diese Kennzahl misst die wahrgenommene Ladegeschwindigkeit. Sie gibt an, zu welchem Zeitpunkt die Hauptinhalte einer Seite geladen sind.
  • First Input Delay: Damit wird die Reaktionsfähigkeit einer Seite gemessen. Es wird bewertet, welche Erfahrung ein Nutzer macht, der zum ersten Mal mit einer Website interagiert.
  • Cumulative Layout Shift: Dieser Wert repräsentiert die visuelle Stabilität einer Seite. Sie quantifiziert das Ausmaß unerwarteter Layout-Verschiebungen, z.B. wenn einige sichtbare Inhalte später als andere geladen werden.

Ab Mai 2021 wird Google die Core Web Vitals mit den bereits bestehenden Rankingfaktoren kombinieren, darunter: Mobil-Freundlichkeit, Safe Browsing, HTTPS-Sicherheit und die Richtlinien zu aufdringlichen Interstitials. 

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis vom Google Search Central Blog

Ab Mai 2021: User Experience für SEO wichtiger als Page Speed

Die neuen Google-Metriken sind darauf ausgelegt, die Benutzerfreundlichkeit einer Website schlauer und besser messen zu können als vorher. Das hat einen Grund: In der Vergangenheit lag der Fokus vieler SEO-Experten primär auf der Optimierung der Seitenperformance. Seitenbetreiber haben ihre Websites insbesondere im Hinblick auf die Ladegeschwindigkeit verbessert, um im Suchranking erfolgreich zu sein. Nicht selten hat dies jedoch dazu geführt, dass die Usability der Seite verschlechtert wurde. 

Die neuen Metriken lassen sich nun nicht mehr so leicht “austricksen”. Es reicht z.B. nicht mehr aus, bestimmte Inhalte einfach nachzuladen, um die Seite schneller auszuliefern (“Lazy Loading”), weil das zu Sprüngen im Layout führen kann (CLS). Das wirkt sich mit der Einführung der Google Page Experience ab Mai 2021 negativ aufs Google-Ranking aus.

Dasselbe gilt für die Methode, viele kleine Scripts zusammenzufassen, um nur eine Datei herunterladen zu müssen. Da der Browser für die Zeit der Bearbeitung des großen Scripts keine Interaktionen annehmen kann, gibt es Ranking-Abzüge im Hinblick auf die Reaktionsfähigkeit der Seite (FID). Zudem misst Google in Zukunft nicht mehr nur, wann die ersten Seiteninhalte geladen werden (FCP), sondern ermittelt die Ladegeschwindigkeit der Hauptinhalte (LCP). 

Nach dem Page-Experience-Update werden andere Geschwindigkeits-Metriken keine Rolle mehr als Google-Ranking-Faktor spielen. Das bestätigte John Müller, Webmaster Trends Analyst bei Google, in den deutschsprachigen Google Office Hours vom 29. Oktober. Dennoch empfiehlt Müller, neben der Core Web Vitals auch jene Aspekte der Seiten-Performance zu beachten, die keinen direkten Einfluss auf das Ranking haben. Denn wenn beispielsweise bei einem Onlineshop der Kaufprozess zu langsam sei, habe dies negative Auswirkungen auf die Conversion Rate. 

Unser Tipp

Unser Tipp zum Testen der mobilen Performance und Benutzerfreundlichkeit Ihres Onlineshops: Einige Unternehmen wählen einen bestimmten Tag in der Woche aus, an dem die Mitarbeiter das Internet nur gedrosselt benutzen dürfen (max. fast 3G). Auf diese Weise werden sie dafür sensibilisiert, welche Probleme auftreten können und wie frustrierend es sein kann, sich auf Seiten zu bewegen, die nicht unter dem Aspekt der Benutzerfreundlichkeit optimiert wurden. 

Fazit

Google legt zwar weiterhin Wert darauf, dass Seiten schnell laden – aber nicht mehr auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit. Mit der Einführung der Google Page Experience und der Core Web Vitals lässt sich die Suchmaschine nicht mehr durch Tricks wie “Lazy Loading” irreführen. Wer hohe Ranking-Positionen bei Google erreichen will, sollte also mithilfe der neuen Metriken die User Experience kontinuierlich optimieren. Letztendlich wirkt sich dies nicht nur positiv auf SEO aus, sondern verbessert auch das gesamte Kundenerlebnis und kann die Konversionsrate erhöhen.

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