6 Design-Tipps, mit denen Sie Ihr Google-Ranking verbessern

Von Ann-Kathrin Hofmann und Florian Metzner
23. März 2022
Lesezeit: 6 Minuten

Ein in die Jahre gekommenes Shop-Design oder eine schlechte Bedienbarkeit Ihrer Website kann Ihr Suchmaschinen-Ranking negativ beeinflussen. Sie verlieren dadurch langfristig an Sichtbarkeit bei Ihrer Zielgruppe und im schlimmsten Fall entgeht Ihnen Umsatz.

Das Design ist ein bedeutender Faktor, um positiven Einfluss auf Ihr Suchranking bei Google & Co zu nehmen. Denn ein durchdachtes User Experience Konzept mit einer hohen Benutzerfreundlichkeit bringt für SEO enorme Vorteile. Gutes Webdesign erleichtert es nicht nur Besuchern, sondern auch den Suchmaschinen-Crawlern, sich auf Ihrer Seite zurechtzufinden. Spätestens mit der Einführung der Google Page Experience im Mai 2021 wird klar: Ein optimiertes UX-Design ist die entscheidende Basis für Ihren SEO-Erfolg. 

In diesem Artikel zeigen wir auf, mit welchen sechs Maßnahmen Sie ein Conversion-starkes Design entwickeln und den Suchmaschinen das richtige Signal senden: “Dieser Inhalt ist relevant!” Auf diese Weise steigern Sie nicht nur die Sichtbarkeit Ihres Onlineshops bei Google & Co., sondern können gleichzeitig die Absprungrate Ihrer Seitenbesucher reduzieren und somit Ihre Conversion Rate verbessern. 

 1. Die Zielgruppe kennen

Ein gutes und durchdachtes User Interface hilft den Benutzern dabei, auf Ihrer Seite genau die Information oder das Produkt zu finden, das sie suchen. Das Design hat sofortige Auswirkungen auf die Usability (Benutzbarkeit) Ihres Onlineshops und kann mit einer Effektivitäts- oder Effizienzmessung auch statistisch belegt werden. Wenn die Nutzer sich in Ihrem Onlineshop wohlfühlen und gut zurechtfinden, erhöht das ihre Verweildauer auf der Seite. Dadurch erhält Google das Signal, dass die Website für die jeweilige Suchanfrage relevant ist und wird sie besser ranken.

Damit Google die richtigen Signale für das Ranking bekommt, ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, für welche Zielgruppe Ihre Produkte überhaupt relevant sind. Auf welche Design-Aspekte legt Ihre Zielgruppe auf einer Website Wert? Was bewegt sie dazu, länger auf Ihrer Seite zu verweilen? Diese Fragen sind für Ihre SEO-Strategie von entscheidender Bedeutung und helfen, im Design-Prozess bessere Entscheidungen zu treffen. 

So fühlen sich junge Zielgruppen häufig von Animationen und Bewegtbildern angesprochen. Kund:innen hochpreisiger Interior-Design-Anbieter legen großen Wert auf qualitativ hochwertige Fotos.

Für eine ältere Zielgruppe ist es hingegen wichtig, klare Schriftarten und starke Kontraste für eine gute Lesbarkeit auszuwählen. Konkrete Regeln für einen barrierefreien Onlineshop liefert die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) 2.0. Diese hat zum Ziel, allen Menschen die Nutzung digitaler Systeme zu ermöglichen. Unabhängig von sämtlichen körperlichen Gegebenheiten oder Bildung. Dabei ist das Spektrum für die barrierefreie Gestaltung von Onlineshops riesig und reicht von Design über Auffindbarkeit und Verständlichkeit bis zur Bedienbarkeit.

Mehr zur BITV und dem Thema Barrierefreiheit im E-Commerce erfahren Sie in diesem Blog-Artikel.

Barrierefreiheit SEO
Starke Kontraste können dafür sorgen, dass Ihre Zielgruppe sich besser im Onlineshop zurechtfindet.

Darüber hinaus spielt es eine wichtige Rolle, wo Sie bereits Touchpoints mit Ihrer Zielgruppe haben und über welche Kanäle die Menschen in Ihren Onlineshop kommen. Leicht nachvollziehen lässt sich das zum Beispiel über die Auswertung von Analysedaten Ihres Shops. 

2. Die Erwartungen der Zielgruppe erfüllen

Kommen die Kunden bereits zahlreich zu Ihnen? Sie sehen jedoch in den Statistiken eine hohe Absprungrate? Dies zeigt den Suchmaschinen, dass Ihr Inhalt für die suchende Person nicht relevant ist, was sich wiederum negativ auf Ihr Suchergebnis auswirkt. 

Sorgen Sie also dafür, dass Ihre Zielgruppe auf Ihrer Seite genau das findet, was sie sucht, und lange darauf verweilt. Ziel ist es, die Besucher bis zum Kaufabschluss zu führen – das ist nicht nur von Vorteil für das Suchranking, sondern auch für Ihre Conversion Rate.

Jeder Nutzer und jede Nutzerin hat eine individuelle Intention und damit verbundene Erwartungen an einen Onlineshop. Das können ganz grundlegende Erwartungen sein wie eine schnelle Ladezeit, die Möglichkeit zur Sprachauswahl oder bestimmte Zahlungsmethoden. Wie Sie den Checkout für die jeweilige Zielgruppe optimieren können, erklären wir in diesem Blog-Beitrag.

Checkout SEO
Die Erwartungen an den Onlineshop unterscheiden sich je nach Zielgruppe.

Auch spezielle Bedürfnisse wie z.B. entsprechende Visualisierungen (Bilder) oder bestimmte Schlüsselwörter (Keywords) können für die Zielgruppe entscheidend sein. Hier kommen wir zurück auf Punkt 1: Nur wenn Sie die Zielgruppe umfassend analysiert haben und ihre Bedürfnisse kennen, können Sie nun die genau passenden Inhalte bereitstellen und das Design entsprechend anpassen.

3. Relevante Informationen optisch hervorheben

Sie wissen nun, was Ihre Zielgruppe erwartet und welche Informationen für sie relevant sind. Rücken Sie diese Seiteninhalte visuell in den Mittelpunkt, sodass die Seitenbesucher direkt darauf aufmerksam werden und genau das finden, was sie über die Suchmaschine gesucht haben. 

SEO Design
Das Erste, was die Benutzer von Ihrem Onlineshop sehen (blauer Kasten), ist sehr entscheidend. Gutes Design hilft Ihren Kunden dabei, sich schnell zurechtzufinden.

Bei der Platzierung der einzelnen Elemente sollten Sie daher strategisch vorgehen und auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreifen. Beschäftigen Sie sich in diesem Zusammenhang einmal genauer mit dem “Above-the-Fold-Konzept: Studien zeigen, dass der obere Bereich der Landingpage eine bis zu 20 Prozent geringere Sichtbarkeit hat als der restliche Inhalt. Auf Startseiten und Landingpages scrollen 50% der Besucher:innen erfahrungsgemäß nur bis zu 1.000 Pixel. 

Um für Ihre Call-To-Action Elemente eine besonders große Sichtbarkeit zu erzielen, sollten Sie diese daher bei 550 Pixel einbauen. Mehr zum Konzept “Above the Fold” erfahren Sie hier.

Soweit die Theorie. Ob dieses Vorgehen auch für Ihre Website sinnvoll ist, lässt sich nur durch kontinuierliches Testen und Optimieren herausfinden. So ist es beispielsweise wichtig zu beachten, auf welchem Weg die Nutzer:innen auf Ihre Seite gekommen sind. Personen, die über ein Vergleichsportal auf Ihren Onlineshop gelangen, sind z.B. deutlich preissensibler als jene, die über einen Paid-Kanal (Google Ads) kommen. 

Die unterschiedliche Ansprache und Priorisierung von Inhalten entscheidet darüber, ob ein Nutzer bzw. eine Nutzerin für längere Zeit auf der Seite bleibt und somit ein positives Signal an die Suchmaschine gibt.  

4. Benutzerfreundliche Navigation

Eine benutzerfreundliche Navigation ist die entscheidende Voraussetzung, damit die Nutzer sich in Ihrem Onlineshop zurechtfinden und genau die Produkte finden, die sie suchen. Eine benutzerfreundliche Navigation ist die entscheidende Voraussetzung, damit die Nutzer sich in Ihrem Onlineshop zurechtfinden und genau die Produkte finden, die sie suchen. Dies gilt natürlich auch für die Bots der Suchmaschinen, die eine Website effizient durchsuchen möchten. Das sog. Crawl Budget muss von Ihnen so eingesetzt werden, dass Google ‒ wie die Website-Nutzer ‒ mit wenigen Klicks zum Ziel kommen.

Wie Sie Ihre Seitenbesucher durch eine smarte Navigation gezielt zum Kaufabschluss führen, erklären wir in diesem Blog-Post genauer. 

SEO UX Design
Eine benutzerfreundliche Navigation führt Ihre Kunden schneller zum Ziel.

5. Visuelle Produktdarstellung optimieren

Auch eine gute, zielgruppenspezifische Darstellung der Produkte ist entscheidend dafür, dass die Nutzer in Ihrem Onlineshop bleiben. Diese sollte nicht nur ästhetisch ansprechend sein, sondern auch alle relevanten Informationen liefern, sodass die Kunden genau wissen, was sie bekommen. Sind die Produktbilder oder -beschreibungen nicht eindeutig, werden sich die potentiellen Kunden eher nach einem anderen Onlineshop umschauen, der ihnen umfassendere Informationen liefert.

Stellen Sie sich bei der Auswahl der Produktbilder daher die Frage: Aus welchen Perspektiven möchte ein Kunde bzw. eine Kundin das Produkt sehen, bevor er oder sie sich für den Kauf entscheidet? Im Fashion-Bereich ist es z.B. für die meisten Konsumenten wichtig zu sehen, wie das Kleidungsstück angezogen aussieht. Daher sind hier Bilder von Personen, die die Kleidung tragen, effektiver als die reine Abbildung des Produktes. „Shop-the-Look“-Seiten sind eine gute Möglichkeit, der Zielgruppe einen Mehrwert zu bieten und die Conversion zu steigern.

Gerne vergessen werden sprechende Produktnamen, Alt-Texte für Bilder und semantische Auszeichnungen. Versetzen Sie sich in die Situation Ihrer Nutzer und deren Kenntnisse. Such-Keywords sollten selbstredend auch Teil von Beschreibungen und Bezeichnungen sein. Auch Attribute wie Farben können sinnvolle Differenzierungsmerkmale sein. Über einen einwandfreien technischen Aufbau und eine solide Informationsarchitektur der Seite geben Sie Ihren Nutzern Sicherheit. Und der Bot erhält die Infos, die er benötigt. 

SEO Design

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Blog-Artikel „Eine starke Produktpräsentation„.

Bei der visuellen Produktdarstellung spielt ein weiterer Aspekt eine entscheidende Rolle für SEO: Wenn die Bilder zu groß sind, wirkt sich dies nachteilig auf die Performance Ihres Onlineshops aus. Eine langsame Seitenladezeit wird von Google spätestens seit Einführung der Core Web Vitals abgestraft. In diesem Blog-Beitrag informieren wir Sie umfassend darüber, auf welche Aspekte Sie bei der visuellen Produktdarstellung achten müssen, damit diese sich nicht nachteilig auf die Performance Ihres Onlineshops auswirkt.

Darüber hinaus hilft Ihnen Google Lighthouse Ihnen dabei, die Performance Ihres Onlineshops zu messen und für die Suchmaschinen zu optimieren.

6. Call-to-Action sichtbar machen

Angenommen ein Seitenbesucher hat sich auf Ihrer Seite umfassend über ein Produkt informiert und möchte dieses nun bestellen – kann aber die Möglichkeit zum Kauf nicht finden. Das bedeutet nicht nur Enttäuschung beim Kunden, sondern hat auch negative Folgen auf die Bounce-Rate (Abbruchrate) und damit auf die Conversion des Shops. Ohne klaren Call-to-Action (CTA) entgehen Ihnen also Umsätze.

Um das zu umgehen, müssen die Handlungsmöglichkeiten für die Kunden in Ihrem Onlineshop schnell erfassbar sein. Dabei kann die Optik und die Platzierung des CTA (also z.B. der Button “Produkt in den Warenkorb legen” o.ä.) zu einer verbesserten Conversion Rate führen. 

Fazit

Design ist ein wichtiges Werkzeug, um Ihre Produkte nicht nur im Onlineshop selbst, sondern auch bei den Suchmaschinen sichtbarer zu machen. Eine hohe Conversion ist auch in Sachen SEO relevant, denn sie beinhaltet ein wichtiges Signal für die Suchmaschine: Kehrt die Benutzerin bzw. der Benutzer für längere Zeit nicht zu den Suchergebnissen zurück, schlussfolgert Google daraus, dass die Seite für das Keyword bzw. die Suchanfrage relevant ist. Die Folge ist ein höheres Ranking bei den Suchergebnissen zu diesem Thema.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein durchdachtes Design-Konzept:

  • Sichtbarkeit bei bestimmten Suchanfragen schafft,
  • die Benutzer auf elegante Weise zum Ziel, also zum Bestellabschluss, leitet,
  • die Verweildauer der User auf Ihrer Seite erhöht und sich dadurch positiv auf SEO auswirkt.

Dabei muss das Shop-Design aus ästhetischer Perspektive nicht unbedingt perfekt sein. Viel wichtiger ist, dass es für Ihre Zielgruppe funktioniert und ihr Klarheit gibt. Benutzerfreundlichkeit und SEO hängen also eng zusammen. User Experience Design hilft langfristig dabei, Ihre Usability zu steigern und das Suchranking Ihres Shops zu verbessern. 

[Beitrag vom 17.12.2020 aktualisiert am 23.03.2022]

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