Shop the Look: Der Onlineshop als Inspirationsquelle

Von Ann-Kathrin Hofmann und Florian Metzner
28. April 2021
Lesezeit: 3 Minuten

Bildlastige Social-Media-Plattformen wie Pinterest und Instagram erleben seit einigen Jahren einen massiven Hype, der auch für den E-Commerce eine wichtige Rolle spielt. Denn immer mehr Konsument:innen nutzen diese Plattformen, um mit Marken zu interagieren, sich über Produkte zu informieren und vor allem eines: sich inspirieren zu lassen. Oft verbringen Nutzer:innen stundenlang damit, die Feeds auf der Suche nach den neuesten Outfit-Trends oder der nächsten Wohnidee zu durchscrollen. 

Dabei wächst auch ihre Bereitschaft, die gefundenen Produkte zu kaufen. So haben ganze 89 Prozent der Pinterest-Nutzer:innen sich bei einem kürzlich getätigten Kauf vorher von Pinterest inspirieren lassen. Das zeigt: Bildlastige Social-Media-Plattformen haben einen massiven Einfluss auf die Online-Shopping-Gewohnheiten der Verbraucher:innen. Dies gilt insbesondere für Produkte, bei denen die Kaufentscheidung von ästhetischen Faktoren getrieben wird, also z.B. in den Bereichen Mode und Interior Design.

Von Social Commerce lernen: Inspiration und Vereinfachung im Onlineshop

Was bedeutet diese Entwicklung für den E-Commerce? In erster Linie zeigt sie, dass viele Konsument:innen im Internet vor allem auf der Suche nach Inspiration sind, bevor sie einen Kauf tätigen. Um sich das zunutze zu machen, müssen Onlinehändler:innen ihrer Zielgruppe also ein besonderes Shopping-Erlebnis bieten, das sie inspiriert und zum Kauf motiviert. Dabei sollte der Weg zwischen Inspiration und Kaufoption so kurz wie möglich sein. Beim sogenannten Social Commerce verschmilzt der Social-Media-Auftritt mit der E-Commerce-Plattform. Die Pinterest- oder Instagram-Nutzer:innen werden idealerweise von dem jeweiligen Kanal direkt in den Onlineshop weitergeleitet.

Bildquelle: https://www.instagram.com/maisonsdumonde/

Auch im Onlineshop selbst wollen Verbraucher:innen sich nicht mehr durch unzählige Produktdetailseiten klicken, um sich beispielsweise ein passendes Outfit zusammenzustellen. Im Fokus sollten stattdessen auch hier Inspiration und Vereinfachung des Shopping-Erlebnisses stehen. Nur Unternehmen, die sich diesen neuen, von Social Media beeinflussten Bedürfnissen der Zielgruppe anpassen, können langfristig ihre Conversion Rate steigern.

Große E-Commerce-Player setzen diese Strategie bereits erfolgreich um. So präsentiert Zalando unter der Kategorie “Get the Look” frische Outfit-Ideen von unterschiedlichen Marken für verschiedene Anlässe. Auf der Mode-Plattform About You, die sich selbst als “Europas inspirierendster Fashion Online Shop” bezeichnet, präsentieren bekannte Testimonials wie die Sängerin Mogli und das Model Lena Gercke verschiedene Outfit-Kombinationen.

Bildquellen: About You und Zalando

“Shop the Look”-Seite in den Onlineshop einbinden

Das Einbinden von Inspirationsseiten wie “Shop the Look” in den Onlineshop hilft dabei, Trends zu transportieren und die Wahrnehmung der jeweiligen Marke als Expertin für die spezifische Branche zu stärken. Gleichzeitig erschaffen Onlinehändler:innen dadurch ein inspirierendes Einkaufserlebnis, das Emotionen bei den Kund:innen weckt.

Wichtig ist, die Customer Journey dabei so einfach wie möglich zu gestalten. Um von der Inspiration zum Kauf zu gelangen, müssen die Kund:innen beim favorisierten Outfit im besten Fall nun nur noch die passende Größe auswählen. Gefällt ein Element des Outfits doch nicht, werden über die Shop-the-Look-Funktion idealerweise passende Alternativen dazu angeboten.

Nehmen wir als weiteres Beispiel einen fiktiven Anbieter für Möbel und Einrichtungsgegenstände. Über eine Shop-the-Look-Seite sehen die Nutzer:innen hochwertige Bilder mit Wohnideen für verschiedene Zimmer im Haus. Klicken sie auf eines der Fotos, wird dieses vergrößert und es erscheint eine Auflistung aller Produkte, die auf dem Bild zu sehen sind.

Zu jedem abgebildeten Einrichtungsgegenstand erscheint, sobald man darauf klickt, eine Kachel, die zum Beispiel den Namen und den Preis des jeweiligen Produktes anzeigt und zur Detailseite mit weiteren Informationen führt.

Cross-Selling mit der Shop-the-Look-Funktion

Die Kund:innen können die Shop-the-Look-Produkte entweder einzeln oder gesammelt in den Warenkorb legen. Im besten Fall gefällt ihnen der vorgeschlagene Einrichtungsstil so gut, dass sie gleich mehrere Produkte bestellen ‒ z.B. zum Möbelstück passende Dekorationsartikel, die sie ohne die Inspiration nicht gekauft hätten. 

Auch bei Fashion-Online-Stores tendieren viele Nutzer:innen dazu, direkt das komplette Outfit anstelle von nur einem einzelnen Kleidungsstück zu bestellen. Die Shop-the-Look-Funktion hat also großes Potential, den Warenkorbwert zu erhöhen.

Eine weitere Möglichkeit, den Umsatz mithilfe von Shop the Look zu steigern, ist die Einbindung von Produktempfehlungen auf den einzelnen Produktdetailseiten. Dieser Ansatz eignet sich insbesondere für Unternehmen, die ihr Angebot horizontal skalieren möchten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Onlinehändler für Kaffee auch Zubehör wie Kaffeemühlen oder Tassen im Angebot hat.

Shop the Look eignen sich also nicht nur für klassische Design-Produkte wie Kleidung oder Inneneinrichtung. Auch in anderen Kontexten im Lifestyle-Bereich legen viele Kund:innen Wert auf Ästhetik. So sollte eine Kaffeemaschine beispielsweise auch optisch gut in die Küche passen. Und wenn auf einem stilvoll gestalteten Mood-Bild über die Shop-the-Look-Funktion auch die passenden Kaffeetassen bestellbar sind, werden diese häufig direkt dazu gekauft.

Fazit

Bildlastiger Content wird den E-Commerce in Zukunft verändern. Konsument:innen sind im Internet auf der Suche nach Inspiration und gelangen über verschiedene Touchpoints in den Onlineshop ‒ z.B. über Social Media oder die Google-Bildersuche. Mit einer Shop-the-Look-Funktion können Shopbetreiber:innen den Weg zwischen Aufmerksamkeit und Bestellung so kurz wie möglich gestalten und die Kund:innen zum Kauf zusätzlicher Produkte animieren. Das Ergebnis: Höhere Umsätze, eine wachsende Markenbekanntheit und eine stärkere Kundenbindung.

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