Warum B2B-Onlineshops auf PWA setzen sollten

Von Ann-Kathrin Hofmann
14. September 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Dass im E-Commerce an „Mobile First“ kein Weg mehr vorbeiführt, ist längst kein Geheimnis mehr. PWA, kurz für Progressive Web Apps, geben hier die Richtung vor: Sie vereinen Benutzerfreundlichkeit und Funktionsumfang nativer Apps mit der hohen Reichweite von Websites. Alle Infos und Vorteile rund um PWA haben wir hier für Sie zusammengefasst. Im folgenden Blog-Beitrag gehen wir nun näher darauf ein, welche besonderen Chancen Progressive Web Apps speziell für B2B bieten.

Onlineshop auch offline nutzbar

Über die Vorteile von PWA wird bisher vor allem im B2C-Kontext gesprochen. Dabei birgt die neue Technologie auch im B2B-Bereich ein enormes Potenzial. Viele Funktionen von PWA können unseres Erachtens für B2B-Geschäfte sogar noch effizienter genutzt werden als für B2C-Kunden. Dazu gehört die Offline-Verfügbarkeit:

Mit einer PWA werden Informationen gespeichert und geladen, die in früheren Sitzungen bereits abgefragt wurden. Auf diese Weise lassen sich bestimmte Seiten des Onlineshops auch im Offline-Modus bedienen. In der Praxis hat diese Offline-Fähigkeit insbesondere für Geschäftskunden einen hohen Nutzen. Der Grund: B2B-Kunden tätigen häufig wiederkehrende Bestellungen – auf diese haben sie dann jederzeit Zugriff, auch ohne Internetverbindung. Dies ermöglicht eine reibungslose, native Einkaufserfahrung unabhängig vom Internetempfang.

PWA B2B Offline-Verfügbarkeit

Für Geschäftskunden ist es von großem Vorteil, von überall aus Offline-Bestellungen erfassen zu können. Eine Restaurantbetreiberin kann so beispielsweise direkt mit dem Smartphone vom Lager aus neue Ware nachbestellen, auch wenn dort die Signalstärke sehr schwach ist. Auch ein Bauherr, der sich auf einer Baustelle außerhalb der Stadt befindet, kann über die PWA auch ohne Internetverbindung bequem fehlende Teile bestellen (sofern er diese zuvor bereits einmal im Onlineshop gekauft bzw. geladen hat). Die im Offline-Modus ausgelösten Bestellungen werden dann, sobald wieder eine stabilere Internetverbindung besteht, automatisch an den Verkäufer übermittelt und weiter bearbeitet. 

Auch die speziellen Bezahlmöglichkeiten im B2B-Bereich kommen dem reibungslosen Ablauf der Offline-Bestellung zugute. Denn bei B2B-Bestellungen ist es üblich, dass der Geschäftskunde die Produkte erst nach Wareneingang per Rechnung bezahlt. B2C-Kunden hingegen müssen ihren Online-Einkauf üblicherweise zeitgleich mit der Bestellung per PayPal, Kreditkarte, Sofortüberweisung o.Ä. begleichen – und das funktioniert nur online. Während Endverbraucher den Bestellvorgang also erst abschließen können, wenn wieder eine Internetverbindung besteht, ist die Offline-Bestellung für B2B-Kunden mit einem Klick erledigt.

Barcode-Scanner und weitere nützliche App-Funktionen

Gerade B2B-Kunden sind sehr darauf bedacht, den Zeit- und Kostenaufwand für wiederkehrende Bestellungen zu reduzieren. Deshalb sollten sich Shopbetreiber im B2B-Commerce zum Ziel setzen, den Bestellvorgang für die Kunden so angenehm und effizient wie möglich zu gestalten

Eine PWA bietet in diesem Zusammenhang viele Optimierungsmöglichkeiten. So lässt sie sich beispielsweise als Icon auf dem Startbildschirm installieren, über den der Kunde mit nur einem Klick direkt in den Onlineshop gelangt. Für Nutzer mobiler Endgeräte ist die PWA nicht von einer nativen App zu unterscheiden – dank Vollbilddarstellung, optimierter Benutzerführung und weiterer App-typischer Funktionen wie dem Barcode-Scanner.

PWA B2B Barcodescanner

Der Barcode-Scanner gehört zu den Onlineshop-Features, die am häufigsten von Firmenkunden nachgefragt werden. Der Vorteil daran: Produkte können ganz bequem und einfach mit dem Smartphone nachbestellt werden. Ein Mitarbeiter eines Baumarktes kann so beispielsweise einfach durch die Regalreihen gehen und Produkte per Barcode-Scanner dem Warenkorb hinzufügen. Auch in vielen anderen Bereichen, wie dem Handwerk oder der Produktion, lassen sich Bestellungen auf diese Weise schnell und unkompliziert erledigen.

Die Scan-Funktion greift dabei nach der Genehmigung des Nutzers auf die Kamera des mobilen Endgerätes zu. Wenn der Kunde diese nun über einen Barcode hält, wird das entsprechende Produkt automatisch dem Warenkorb hinzugefügt. Auf diese Weise lassen sich auch mühelos mehrere Scans hintereinander durchführen. Sind alle gewünschten Produkte eingescannt, kann der Nutzer am Ende die Stückzahl manuell editieren und die Bestellung direkt vom Smartphone oder Tablet aus abschicken.

Während für die Scan-Funktion früher ein Barcodelesegerät und ein Desktop bzw. bis vor Kurzem zumindest eine mobile App notwendig waren, lässt sich das Feature nun in die PWA integrieren. Hohe Kosten für die zusätzliche Entwicklung einer nativen App entfallen dadurch.

Fazit und Ausblick

Die Entwicklung im E-Commerce zeigt, dass klassische, Webbrowser-basierte Onlineshops und native Apps nach und nach abgelöst werden durch Applikationstechnologien, die nicht mehr zwischen Desktop und Mobilgerät unterscheiden. Für Unternehmen ist es daher ratsam, bei der Modernisierung ihrer E-Commerce-Plattform neue Lösungen wie Progressive Web Apps im Blick zu haben. Insbesondere B2B-Unternehmen können ihren Geschäftskunden mit einer PWA entscheidende Mehrwerte bieten. Neben der in diesem Text beschriebenen nützlichen Funktionen – Offline-Verfügbarkeit und Barcode-Scanner – zählen dazu auch schnellere Seitenladezeiten, die Möglichkeit, Push-Benachrichtigungen zu versenden und viele weitere Optimierungspotenziale. 

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