Abkürzungen erklärt: Damit Sie in digitalen Projekten mitreden können

Von Alexandra Vollmer
28. Januar 2022
Lesezeit: 3 Minuten

Wenn die Oberärztin an Ihrem Bett der Krankenschwester etwas Kryptisches mitteilt und diese wissend nickt, dann kann es sich um eine Infusion handeln. Oder auch um Schonkost. Wenn es Sie interessiert, fragen Sie nach. Im Grunde nervt es aber, nicht so recht zu verstehen, wenn sich offensichtlich Eingeweihte mittels Abkürzungen oder Insider-Begriffen unterhalten und man selbst etwas ratlos daneben steht. Klar, wir bei dmf verwenden Sie auch, Abkürzungen wie MVP oder PoC, wo jeder im Team sofort Bescheid weiß. Ein paar von diesen Abkürzungen wollen wir Ihnen hier kurz erklären, damit Sie in Ihrem E-Commerce-Projekt den Ball wissend zurückspielen können.

MVP – Beliebter Einstieg ins Online Business

Eine häufige Projekt-Variante, nicht nur bei Einsteiger:innen, ist das Minimum Viable Product. Hierbei handelt es sich um das sogenannte „minimal funktionsfähige Produkt“ oder auch „kleinstmögliches Produkt“. Ein MVP gibt’s in zahlreichen Branchen und ist nichts anderes als die maximal abgespeckte Version eines Produktes, das aber im Gegensatz zu einer Demo-Version tatsächlich zum Einsatz kommt. Das kann ein Onlineshop sein, der nur für ein Land oder für wenige Produkte freigeschaltet ist oder ein Feature, wie zum Beispiel ein neu aufgesetztes Checkout-Modul. Ein Minimum Viable Product wird nach der sogenannten Build-Measure-Learn-Methode aufgebaut. Dabei wird exakt eine Annahme getroffen, zum Beispiel „der Kunde will mehrere Bezahlmethoden“. Das erste MVP erfüllt dann nur genau diese Funktion.

Mit einem schnellen Time-to-Market eignet sich ein MVP gut dazu, neue Funktionen eines Onlineshops im Live Betrieb zu testen. Es ist eine ideale Möglichkeit, mit zunächst moderatem Budget Erfahrungen zu sammeln und später punktgenau nachzusteuern.

Der Prototyp – nicht zu verwechseln mit dem MVP

Ein Prototyp ist auch durch eine schnelle Entwicklungszeit gekennzeichnet – ähnlich dem MVP. Im Gegensatz dazu kommt er jedoch nicht live zum Einsatz, sondern dient ausschließlich internen Testzwecken. Allerdings kann sich aus einem Prototyp durchaus ein MVP entwickeln.

In der Softwareentwicklung werden Prototypen häufig dazu verwendet, um Fehlerquellen auszumachen, beispielsweise wenn mehrere Technologien miteinander verknüpft werden. Im Frontend-Bereich kommen Prototypen sehr häufig zum Einsatz. Gerade bei der Entwicklung von responsiven Webshops ist es wichtig zu testen, ob die Darstellung auf allen webfähigen Endgeräten korrekt funktioniert. Mit der Entwicklung eines Prototyps lassen sich eventuelle Hürden und Fehlerquellen sofort identifizieren.

UX,UI und so

In einem Onlineshop ist es wichtig, dass Kund:innen ihr Wunschprodukt nicht nur irgendwie finden, sondern sich komplett ohne Hürden durch den Shop bewegen. Diesen Anspruch beschreibt die sogenannte User Experience, die mit “UX” abgekürzt wird. UX-Designer gestalten den Shop so, dass Kund:innen ein ideales Shopping-Erlebnis haben. Ein User Interface, oder auch “UI”, bietet Benutzer:innen die Möglichkeit, mit einem Programm oder Rechner einen Datenaustausch durchzuführen. Eine solche Benutzer:innenschnittstelle kann zum Beispiel ein Web-Formular oder eine Eingabemaske sein. Logisch, dass dieser Kontakt 1A laufen muss.

BITV für fairen Zugang

Alle Menschen können digitale Systeme benutzen – unabhängig von sämtlichen körperlichen Gegebenheiten oder Bildung. Das ist das Ziel der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) 2.0. Wir bei dmf halten Fairness im Zugang zu Online-Angeboten für wichtig. Weil Barrierefreiheit im Online-Handel ab 2025 zur Pflicht für alle Shop-Betreiber:innen werden wird, ist es sinnvoll, das Thema auf dem Schirm zu haben.

API, Plugin und Co

Mit diesen Abkürzungen sind wir mitten im Entwickler:innen-Universum. Wenn im Shopsystem, das wir für einen Onlineshop nutzen, bestimmte Features fehlen, dann programmieren wir zusätzliche Plugins, die die gewünschte Funktion erfüllen oder kaufen sie bei Drittanbietern ein. Wenn wir Module von Drittanbietern verwenden, braucht es “APIs”, “Application Programming Interfaces”. Eine API ist ein Satz von Befehlen, die Programmierer:innen verwenden können, um mit einem externen System zu interagieren. Bei Modulen von Drittanbietern braucht es also immer etwas zusätzlichen Programmieraufwand.

PoC – Kein Projektstart ohne Prüfung der Sinnhaftigkeit

Der Proof of Concept, der sogenannte “PoC”, beschreibt das Prüfen einer Idee oder eines Konzepts auf Durchführbarkeit. Die Ergebnisse einer solchen Machbarkeitsstudie entscheiden nicht nur über den Start, sondern auch über den späteren Erfolg eines Projektes. Ein PoC findet in und vor jedem E-Commerce-Projekt statt. Relevant ist so ein PoC für beide Seiten – für Shopbetreiber:innen und Entwicklungs-Dienstleister:innen. Auf Shopbetreiber:innen-Seite gilt es herauszufinden, ob Budget oder die Entwicklungsdauer eventuell ein gesetztes Limit überschreiten und ob es technologischen Hürden gibt wie beispielsweise die Anbindung des neuen Shopsystems an die bestehende IT-Landschaft. Die Agentur, die mit der Entwicklung des Onlineshops beauftragt wird, prüft ihrerseits die Kund:innenanforderungen auf Machbarkeit: Passt der angegebene Budget-Rahmen? Sind die Anforderungen im Setup technisch möglich und realistisch? Missverständliche Punkte oder Fragezeichen sollten stets in einem offenen Gespräch geklärt werden.    

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