Wie wir für den Traditions-Einzelhändler WEITZ mit Shopware 6 "Connected Commerce" und Omnichannel-Services realisierten
Wir standen vor der Herausforderung, für den traditionsreichen Einzelhändler WEITZ die extrem hohen stationären Servicestandards in die digitale Welt zu übertragen. Durch unser Replatforming auf die Shopware 6 Professional Edition und eine maßgeschneiderte Multi-Channel-Architektur haben wir eine „Connected Commerce“-Lösung geschaffen, die analoge Erlebnisse (wie Hochzeitstische und Kochkurse) nahtlos mit einem modernen Onlineshop verbindet.
Key Facts
- Shopware-Version: Shopware 6
- Branche/Kategorie: Porzellan, Glas, Küchenzubehör, Haushaltswaren, Trinkgläser, Bestecke und Tischwäsche (B2C)
- Markenübersicht: Weitz – Einzelhandelsbetrieb für hochwertige Markenprodukte. z.B. Dibbern, de Buyer, Gien, Royal Copenhagen usw.
- Features: Wunschlisten, Hochzeitslisten, Geschenkverpackung
- Technische Merkmale: Nahtlose Anbindung an das ERP-System Shopwin, Integration diverser Drittanbieter-Tools
Projektübersicht
- Kunde: W. WEITZ GmbH & Co. KG
- Branche: Einzelhandel (Haushaltswaren, Porzellan, Glas & Küchenzubehör)
- Plattform: Shopware 6 (Professional Edition)
- Herausforderung: Spagat zwischen exklusiver Markenästhetik und hoher Conversion Rate, fehlende Offline-Online-Verzahnung
- Lösung: Multi-Channel-Strategie, Omnichannel-Features (digitale Wunschlisten, Event-Buchungen), UI/UX-Relaunch durch dmf
- Ergebnis: Erschließung jüngerer Zielgruppen (< 30 Jahre), 6 integrierte Markenbereiche, nahtlose ERP-Anbindung
Ausgangssituation und Problem
Die W. WEITZ GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Hannover blickt auf eine Unternehmensgeschichte bis ins Jahr 1848 zurück. Als etablierter Händler aus der Offline-Welt verfügt das familiengeführte Unternehmen über höchste Qualitätsstandards und eine extrem starke stationäre Markenidentität. Als WEITZ an uns herantrat, zeigten sich jedoch klare digitale Hürden.
Typische Probleme in dieser Ausgangslage:
-
Die bisherige E-Commerce-Strategie bildete die Exklusivität und den Servicegedanken der Ladengeschäfte digital nicht ausreichend ab.
-
Es fehlte eine technische Verzahnung zwischen dem analogen und digitalen Angebot (Connected Commerce).
-
Ein klassischer Zielkonflikt im E-Commerce musste gelöst werden: Wie schaffen wir den Spagat zwischen einer sehr hochwertigen, ästhetischen Produktpräsentation und einer gleichzeitig maximal Conversion-optimierten Nutzerführung?
Zielsetzung des Projekts
Unser Ziel für den Relaunch war die konsequente Schärfung der E-Commerce-Strategie hin zu einem echten Omnichannel-Erlebnis. Konkret haben wir gemeinsam folgende Meilensteine definiert:
-
Nahtlose Verbindung von stationärem Handel und digitalem Angebot.
-
Zusammenführung verschiedener Marken-Onlineshops unter einem technischen Dach bei gleichzeitig starkem, individuellem Markenauftritt.
-
Verjüngung des optischen Auftritts, um auch Zielgruppen unter 30 Jahren anzusprechen, ohne die traditionellen Stammkunden zu verlieren.
-
Reibungslose Integration des bestehenden ERP-Systems in den neuen Onlineshop.

Lösung und Architektur
Um die Vision des „Connected Commerce“ für WEITZ zu realisieren, wählten wir die Shopware 6 Professional Edition als technologische Basis.
Anstatt mehrere isolierte Shops zu betreiben, haben wir eine intelligente Multi-Channel-Lösung entwickelt. Unter dem Dach des zentralen WEITZ-Onlineshops haben wir 6 verschiedene Markenbereiche etabliert. Diese weisen jeweils ein ganz auf die Marke zugeschnittenes Look & Feel auf, werden von uns aber technologisch zentral über eine einzige Instanz verwaltet. Um die Customer Journey mit dem stationären Handel zu verschmelzen, konzipierten wir spezifische Omnichannel-Module, die das Buchen von lokalen Events (Koch- und Backkurse) sowie das Verwalten von filialübergreifenden Hochzeits-Wunschlisten ermöglichen.

Umsetzung
-
Emotional Shopping & UI-Relaunch: Wir haben das Corporate Design von WEITZ digital neu interpretiert. Die Navigations- und Kategoriestruktur des Hauptshops haben wir drastisch vereinfacht, um Nutzer intuitiv durch die zahlreichen Themengebiete zu führen.
-
Omnichannel-Wunschlisten: Den digitalen Hochzeitsservice haben wir so programmiert, dass Kunden ihre Geschenkelisten online anlegen können. Diese werden auf Wunsch physisch in den WEITZ-Häusern aufgebaut. Gäste können die Präsente nun online oder offline kaufen – unser System synchronisiert den Status („bereits verschenkt“) automatisch in Echtzeit.
-
Die „WEITZ Welt“: Auf konzeptioneller Ebene haben wir einen Content-Bereich geschaffen, der starke Inhalte über die Unternehmensgeschichte, Events und den stationären Handel bündelt, um das exklusive Markengefühl in den digitalen Raum zu verlängern.
-
Event-Booking: Wir integrierten ein Online-Buchungs-System für die Teilnahme an interaktiven Workshops in den lokalen Ladengeschäften.

Ergebnisse und KPIs
Unser Relaunch transformierte WEITZ erfolgreich von einem traditionellen Einzelhändler zu einem modernen Connected-Commerce-Vorreiter in seiner Nische.
-
Erfolgreiche Zielgruppen-Verjüngung: Das von uns entwickelte frische, aber traditionelle Ambiente weckt nun nachweislich auch die Kauflust bei Nutzern unter 30 Jahren.
-
Nahtlose System-Integration: Die Kommunikation zwischen dem bestehenden ERP-System und der Shopware 6 Plattform verläuft völlig reibungslos und synchronisiert Bestände und Aufträge in Echtzeit.
-
Gestärkte Kundenbindung: Service-Features wie das von uns implementierte Kochkurs-Buchungssystem und die kanalübergreifenden Wunschlisten erhöhen die Kundeninteraktion über alle Touchpoints hinweg.

Learnings und Best Practices
-
Omnichannel als Kundenbindungsinstrument: Die Möglichkeit, online zu interagieren und offline zu konsumieren (z. B. Online-Buchung für Offline-Kurse oder hybride Wunschlisten), schafft einen massiven Wettbewerbsvorteil gegenüber reinen Online-Playern. Das ist für uns der Kern von Connected Commerce.
-
Multichannel zentral steuern: Wenn wir verschiedene Marken unter einem Dach vereinen müssen, nutzen wir die „Sales Channels“ von Shopware 6. Dadurch können wir die Marken optisch trennen, administrativ aber zentralisiert verwalten, was den Wartungsaufwand für unsere Kunden enorm senkt.
-
Ästhetik vs. Conversion: Hochwertige Marken (Porzellan, Glas) benötigen emotionale Bildwelten. Wir haben bewiesen, dass sich durch klare, selbsterklärende Kategoriestrukturen und ein aufgeräumtes UI diese Ästhetik bewahren lässt, ohne die Conversion-Pfade zu blockieren.
FAQ: Connected Commerce & Shopware 6
Connected Commerce (oder Omnichannel Commerce) bezeichnet für uns die nahtlose Verzahnung von physischem (stationärem) und digitalem Handel. Der Kunde erlebt keinen Bruch zwischen den Kanälen – er kann beispielsweise online Verfügbarkeiten prüfen, im Ladengeschäft kaufen oder Retouren kanalübergreifend abwickeln.
Wir lösen dies durch individuelle Modulentwicklungen oder angepasste Wunschlisten-Funktionen in Shopware 6. Entscheidend ist dabei die API-Echtzeit-Synchronisation mit dem ERP-System und den Kassensystemen (POS) der Filialen, damit ein offline gekauftes Geschenk auch auf der Online-Liste sofort als "verkauft" markiert wird.
Shopware 6 basiert auf einem Headless-Ansatz und bietet das Konzept der „Sales Channels“ (Verkaufskanäle). Dadurch können wir für unsere Kunden aus einem einzigen Backend heraus verschiedene Marken-Shops, B2B/B2C-Portale oder sogar Social-Media-Kanäle mit individuellen Sortimenten und Designs steuern.
Fazit
Unser Projekt mit der W. WEITZ GmbH & Co. KG zeigt eindrucksvoll, wie wir einem über 170 Jahre alten Traditionsunternehmen die Brücke in den modernen E-Commerce schlagen. Durch unsere Implementierung von Shopware 6 und die Entwicklung gezielter Omnichannel-Features ist es uns gelungen, die analoge Beratungsqualität und den exklusiven Service digital erlebbar zu machen. Das Ergebnis ist eine hochmoderne Einkaufs-Welt, die Stammkunden begeistert, jüngere Zielgruppen erschließt und das ERP-System nahtlos in alle Multichannel-Prozesse integriert.
