Shopware 6 – Ready for Production?!

Von Ann-Kathrin Hofmann
9. Januar 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Das Release von Shopware 6.1 im Januar 2020 ist momentan eines der Top-Themen in der E-Commerce-Welt. Gerade auch im Hinblick auf das End of Life von Magento 1 denken viele Shopbetreiber über einen Wechsel zur neuesten Shopware-Version nach. Doch welche Neuerungen und Vorteile bringt das neue System mit sich? Wie ist der aktuelle Stand der Dinge und ist Shopware 6 “ready for production” – kann man es also bereits in echten Projekten einsetzen?

Was kann Shopware 6?

Version 6 ist keineswegs “nur” ein Update von Shopware 5. Der gesamte Kern wurde neu entwickelt, ist somit frei von jeglichen Altlasten und basiert mit API-First auf einem ganz neuen Ansatz. Die Neuerungen im Überblick:

Ganzheitliche E-Commerce-Plattform mit API-first-Ansatz

Shopware 6 ist kein klassischer Online-Shop mehr, bei dem der Shop selbst der primäre Verkaufskanal ist. Vielmehr stellt das System den schlanken Kern dar, an den sich mit neuesten Technologien auf Basis des API-first Ansatzes zusätzliche Software einfach an- und abdocken lässt. Auf diese Weise können sämtliche Verkaufskanäle, z. B. Instagram Shopping und Online Marktplätze, zentral über Shopware 6 gesteuert werden.

Verbessertes Backend

Neben dem Frontend wurde auch das Backend in Shopware 6 komplett überarbeitet. Ein neues, aufgeräumtes Design und die Einbindung des weit verbreiteten Frameworks Vue.js ermöglicht Entwicklern eine schnelle Einarbeitung in die Shopware 6 Administration (vorher: Backend). Zudem setzt Shopware mit den neuen Erlebniswelten stärker auf die Verbindung von Content und Commerce. So kann der Commerce-Bereich mit Content-Editoren und dem viel gelobten Designer (vorher: PageBuilder) per Drag&Drop ganz einfach auch mit redaktionellen Inhalten befüllt werden.

Open Source und starke Community

Shopware 6 bleibt Open Source und quelloffen. Die Software profitiert so auch weiterhin von der starken Entwickler-Community, die gemeinsam mit dem Hersteller Bugs löst und Innovationen vorantreibt.

Jetzt auf Shopware 6 setzen?

Shopware 6 bietet also eine ganze Reihe an spannenden neuen Funktionen auf Basis modernster Technologien. Um auch in Zukunft erfolgreich und wettbewerbsfähig im E-Commerce zu bleiben, sollten Onlinehändler sich nun eingehend mit den Möglichkeiten eines Systemwechsels beschäftigen.

Die digital.manufaktur führt aktuell bereits für verschiedene Kunden, u. a. das erfolgreiche Münchner Start-up FLSK, die Migration vom alten Shopsystem auf Shopware 6 durch. In unserer täglichen Arbeit mit der neuen Software profitieren wir von den zahlreichen Optimierungen und den oben beschriebenen neuen Funktionen von SW6. Wie bei jedem neuen Release üblich, stoßen wir dabei auch auf Bugs und kleinere Fehler im Code. Diese lösen wir täglich intern bzw. gemeinsam mit der Shopware-Community.

Diese anfänglichen Schwachstellen sind bei einer neuen Software vollkommen normal und können in den meisten Fällen erst mit steigender Verbreitung am Markt und wachsendem Nutzerkreis auffallen. Wer jetzt auf Shopware 6 setzt, wird durch diese “Kinderkrankheiten” möglicherweise zunächst etwas aufgehalten, gehört auf der anderen Seite aber auch zu den Pionieren für innovativen E-Commerce im digitalen Zeitalter.

Wer sich mit der Migration noch etwas Zeit lassen möchte, kann jedoch auch durchaus zunächst weiterhin auf Shopware 5 oder ein anderes etabliertes System (vorausgesetzt es ist technisch auf dem neuesten Stand) setzen und das Release einer bugfreien Version 6 abwarten. Generell gilt jedoch: Je länger Shopware 6 auf dem Markt ist, desto konkreter sollte ein Systemwechsel in Betracht gezogen werden. Wann der richtige Zeitpunkt zum Wechsel von Shopware 5 auf Version 6 ist, ist für jeden Onlineshop individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um Onlineshop-Betreibern die Entscheidung zu erleichtern, haben wir in diesem Blog-Artikel drei verschiedene Szenarien für den Systemwechsel durchgespielt und die jeweiligen Vor- und Nachteile der beiden Shopware-Versionen gegenübergestellt. Auch für Magento-1-Nutzer stellt die Migration auf Shopware 6 eine sinnvolle Option dar, wie wir in diesem Blog-Post ausführlich beschrieben haben.

Der Wechsel auf Version 6 steht für Onlineshop-Betreiber spätestens mit dem Ende des Long Term Supports für Shopware 5 im Jahr 2024 zwingend an. Bis dahin werden die SW5-Nutzer weiterhin von Shopware mit wichtigen Updates und Bugfixes versorgt. Neue relevante Funktionen wird das Unternehmen nach Juli 2021 allerdings nur noch für Shopware 6 entwickeln. Wir empfehlen, spätestens dann den Relaunch mit der neuen Version zu vollziehen, um nicht unnötig viel Zeit und Budget in die Shop-Entwicklung auf Basis der veralteten Technologien von Shopware 5 zu investieren.

Fazit: Ist Shopware 6 “ready for production”?

Ja! Projekte können mit dem neuesten Release 6.1 bereits umgesetzt werden und sind voll funktionsfähig. Noch enthaltene Bugs werden täglich gefixt und Schwachstellen optimiert. Allerdings stehen in der neuen Version momentan noch nicht alle Funktionen aus Shopware 5 in vollem Umfang zur Verfügung. Viele Plugins sind aktuell noch in der Entwicklung und werden bald für Shopware 6 bereitstehen. Somit gilt es für jeden Onlineshop individuell abzuwägen, welche konkreten Plugins und Funktionen aus SW5 benötigt werden und wann diese in Version 6 verfügbar sein werden.

Unsere Empfehlung: Online-Händler sollten sich jetzt mit den Vorteilen und Möglichkeiten von Shopware 6 vertraut machen, um diese nach dem finalen Release einer bugfreien Version in kürzester Zeit einsetzen zu können. Je komplexer der Online-Shop ist, desto früher sollte eine detaillierte Migrationsstrategie erarbeitet werden, um diese spätestens zum Ende der Feature-Updates im Juni 2021 konsequent umzusetzen.

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