E-Mail-Marketing: Dauerbrenner mit großem Potenzial

Von Alexandra Vollmer
22. Juli 2022
Lesezeit: 4 Minuten

Adresse, Betreff, Text, Bild. Senden. Die Mechanik des E-Mail-Marketings ist denkbar simpel. Die Intention dahinter: Mithilfe von Personalisierung wird die Zielgruppe persönlich angesprochen und zu einer Reaktion aufgefordert. Im Grunde ein alter Hut. Aber er passt noch immer. Und mehr denn je.

Die Erhebung des Marketing-Dienstleisters Inxmail zur E-Mail-Marketing-Benchmark 2021 hat sogar einen Anstieg zwischen 2016 und 2020 ermittelt – mit einem regelrechten Booster im ersten Corona-Jahr. Tendenz: weiter steigend. Im E-Mail-Marketing ist jede Menge Musik drin. Meinen auch wir von dmf. 

12 Gründe für E-Mail-Marketing

  1. Kosten: E-Mail-Marketing ist besonders effizient, wenn es darum geht, eine große Empfängerzahl zu erreichen. Für die Umsetzung sind die Kosten sehr gering. Dadurch erhöht sich der Return-on-Invest.
  2. Testmöglichkeiten: Eine professionelle Newsletter-Software bietet umfangreiche Testmöglichkeiten. Durch die Auswertung der verschiedenen Tests, von der Betreffzeile bis hin zum Inhalt, lassen sich Kampagnen optimieren.
  3. Umweltfreundlichkeit: Durch die elektronische Übermittlung von Newslettern und Mailings entfällt der Transport per Post, es entsteht kein Abfall. Mit moderner Servertechnologie wird außerdem der Energieverbrauch reduziert.
  4. Echtzeit: Durch das Messen von Öffnungs- und Klickraten sowie weiterer Kennzahlen (KPIs) in Echtzeit lässt sich der Kampagnenerfolg unmittelbar nach dem Versand ermitteln.
  5. Dialogmarketing: E-Mail-Marketing arbeitet mit einer konsequenten Response-Mechanik. Empfänger:innen können auf Newsletter und Mailings antworten, ohne einen Medienbruch zu erfahren.
  6. Traffic: E-Mail-Marketing bringt zahlreichen Traffic für Websites und Onlineshops. Die Konversionsrate ist dabei besonders hoch.
  7. Aktualität: Durch den unmittelbaren Versand und die schnelle Zustellung von E-Mails sind die Informationen für die Empfänger:innen zum Versandzeitpunkt stets auf dem neuesten Stand.
  8. Kundenbindung: Newsletter und Mailings helfen, nachhaltige Kundenbeziehungen aufzubauen.
  9. Gestaltung: Newsletter lassen sich individuell gestalten. Auf diese Weise fügen sie sich nahtlos in das Corporate Design des Unternehmens ein. Botschaften werden optimal transportiert und die eigene Marke gestärkt.
  10. Erfolg: E-Mail-Marketing zählt zu den erfolgreichsten Marketinginstrumenten bei vergleichsweise geringen Kosten.
  11. Geringe Streuverluste: Mit E-Mail-Marketing lassen sich interessenbasierte Kampagnen umsetzen. Streuverluste lassen sich minimieren.
  12. Messbarkeit: Professionelle Lösungen bieten ein detailliertes Reporting der wichtigsten Kennzahlen (KPIs), wie Öffnungs- und Klickrate, um die Response der Empfänger:innen zu messen. Im Rahmen des Bounce-Managements werden zudem Rückläufer erfasst und je nach Art des Bounces vorläufig weiter kontaktiert oder direkt gesperrt.

Perfekt für Onlineshops 

Weil E-Mail-Marketing-Maßnahmen vergleichsweise günstig und besonders flexibel sind, eignet sich diese Werbeform grundsätzlich für jedes Unternehmen – unabhängig von Branche und Strategie.

Unternehmen im Bereich E-Commerce und Handel haben meist einen großen Adressenbestand, den sie mit ihren Newslettern und Transaktionsmails bedienen. Dank der nahtlosen Anbindung der E-Mail-Marketinglösung an ihre Systemlandschaft kann diese problemlos auf Kundendaten aus dem CRM- oder Produktdaten aus dem Shop-System zugreifen.

Dadurch ist es möglich, beliebte Produkte automatisch aus dem Shop in einen Newsletter zu integrieren oder Kund:innen eine individualisierte Produktempfehlung zu geben.

E-Mails ziehen nicht nur Informationen. Die Beziehung funktioniert auch umgekehrt. Sollten künftig Third-Party-Cookies als Datenquelle gemäß DSGVO verboten sein, braucht es andere Wege, um Erkenntnisse zu den Kundenvorlieben zu gewinnen. Hier können Mails aushelfen:

  • Welche Mail-Inhalte werden geklickt? 
  • Zu welchen Zeiten passiert das? 
  • Für welche Newsletter melden sich Verbraucher:innen an? 
  • Wie beantworten sie Umfragen aus Mailings? 

Als Zulieferer für First-Party-Daten, die ein Unternehmen selbst erhebt und besitzt, sind Mails also nach wie vor wichtig.

Hinzu kommt, dass sie auch als Zugangsinstrument über alle Kanäle hinweg essentiell sind: Bei der Bestellung in sämtlichen Onlineshops und der Nutzung aller Social-Media-Accounts und zahlreicher Payment-Dienste brauchen die Konsument:innen ihre Mail-Adresse zur Anmeldung. Der E-Mail-Account dürfte so schnell nicht aussterben. 

Potenzial: Personalisierung 

Wie im gesamten Marketing, ist Personalisierung auch bei E-Mails ein zentraler Erfolgsfaktor. Wollen Händler:innen, dass ihre Mails in den gut gefüllten Postfächern der Kund:innen nicht untergehen, müssen sie den Inhalt so passgenau und individuell wie möglich ausgestalten.

Dafür braucht es vor allem relevante Nutzerdaten ‒ Merkmale, die Auskunft über Eigenschaften und Verhalten geben. Unterschieden wird folgerichtig zwischen statischen und verhaltensbasierten Merkmalen. Statische Merkmale sind personenbezogene Eigenschaften, die in der Regel unverändert bleiben. Verhaltensbasierte Merkmale sind Daten wie Käufe, Klicks, Öffnungen und Webseitenbesuche. 

Statische und verhaltensbasierte Merkmale lassen sich im E-Mail Marketing zum Beispiel bei der Empfängersegmentierung nutzen. Besonders verhaltensbasierte Daten werden im Marketing immer wichtiger.

Noch mehr Individualisierung durch KI

Die immer größer werdenden Datenmengen können ihre Trümpfe nur ausspielen, wenn sie klug analysiert und genutzt werden. Das Heimspiel künstlicher Intelligenz. Indem sie den gesamten Prozess von der Gestaltung über den Versand bis hin zur Erfolgsmessung und Analyse unterstützt, wird sie als Hilfsmittel für das E-Mail-Marketing immer wichtiger. 

KI empfiehlt eine Zusammenstellung der Mails, indem sie Vorhersagen trifft, welche Inhalte momentan am besten beim einzelnen Empfänger ankommen. Damit kann sie zum Beispiel die optimale Formulierung der Betreffzeile für die personalisierten Mails vorschlagen. 

Ebenso kann KI den optimalen Versandzeitpunkt für eine Mail an einen bestimmten Kundenkreis oder sogar an einzelne Kund:innen berechnen: Wann öffnen sie typischerweise ihr Mail-Postfach? Wann sind sie am klickfreudigsten? 

Die großen Datenmengen, die die KI sammelt und auswertet, ermöglichen eine fortlaufende Anpassung der Erkenntnisse, die es für eine erfolgreiche Mail-Kampagne braucht.

Interaktion geht auch per Mail

Die Art und Weise, wie digitale Inhalte von User:innen genutzt werden, hat sich insbesondere mit dem Voranschreiten sozialer Netzwerke verändert. Statische Inhalte werden konsequent durch dynamische und interaktive Elemente ersetzt. Das bedeutet, dass auch die E-Mail aus ihrer statischen Ausrichtung ausbrechen muss. 

Nur Texte und Bilder reichen nicht, so gut sie auch sein mögen. Konsument:innen verlangen heute in Newslettern nach Elementen, die sie anklicken können, beispielsweise Hintergrundvideos zu Produkten oder Umfragen zu Themen aus dem Mailtext. Sogar Gamification-Formate finden ihren Weg in Mails.

So können Shopbetreiber:innen in einer Werbemail ein Gewinnspiel anbieten, mit dem Kund:innen Rabatt-Coupons für den Onlineshop gewinnen können. Eine unmittelbare Einblendung des Coupons in der Mail-Oberfläche nach beendeter Teilnahme, inklusive Verlinkung zum Shop runden eine solche Aktion ab. 

Dabei müssen für Mailings nicht zwingend spezielle Interaktionswege gefunden werden. Es lässt sich hier auch sehr gut Content aus den Sozialen Medien nutzen. 

Durch interaktive Elemente gewinnen die wichtigen Call-To-Actions eine wesentlich höhere Effizienz. Über einen Button oder einen Textlink können Kund:innen direkt zur gewünschten Seite oder zum Produkt geführt werden: Im Newsletter können Kund:innen direkt Größe und Farbe eines Produkts auswählen. Ein Klick auf “Bestellen” leitet sofort in den Warenkorb, in dem sich das Produkt bereits befindet. 

Solche interaktive E-Mail-Funktionen heben das E-Mail Marketing auf ein neues Qualitätsniveau. E-Mail-Marketing arbeitet zukünftig immer mehr am eigentlichen Kaufprozess und hilft, diesen zu verkürzen. 

Mehr aus unserem Blog

Immer mehr Kund:innen wollen Hybrid Commerce
14. Juli 2022 · Lesezeit: 5 Minuten

Entweder oder? Diese Frage stellt sich immer weniger. Kund:innen wollen beides. Sie wollen Benzin und Batterie. Büro und Homeoffice. Hybrid …

Weiterlesen
B2B E-Commerce: Was Unternehmen für digitalen Erfolg wissen müssen
1. Juli 2022 · Lesezeit: 12 Minuten

B2B E-Commerce gewinnt immer mehr an Relevanz. Eine aktuelle Studie von ECC Köln und Adobe zeigt: Fast 80 Prozent der …

Weiterlesen
Finanzierung und Förderung für Digitalprojekte ‒ ein Überblick für Unternehmen
7. Juli 2022 · Lesezeit: 13 Minuten

Der Schritt in den E-Commerce hält für lokale Händler:innen und Unternehmen ein enormes Potential bereit, die Zielgruppe zu erweitern und …

Weiterlesen
Wie Sie Ihre Conversion mit Usability-Tests optimieren
11. Februar 2022 · Lesezeit: 4 Minuten

Eine optimale Usability ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Onlineshop. Usability-Tests helfen, die Benutzerfreundlichkeit immer wieder auf die Probe zu …

Weiterlesen
Hyvä im Einsatz
5. November 2021 · Lesezeit: 4 Minuten

Im Sommer haben wir mit Vinai Kopp gesprochen. Er programmiert gemeinsam mit dem Erfinder Willem Wigman am neuen Magento-2-Theme Hyvä. …

Weiterlesen
EDI-Integration im B2B E-Commerce: mehr Effizienz, weniger Kosten
9. Mai 2022 · Lesezeit: 6 Minuten

Der elektronische Datenaustausch zwischen Unternehmen, kurz: EDI, wird im Zuge der Digitalisierung immer wichtiger. Besonders im B2B E-Commerce lassen sich …

Weiterlesen
Weil einfach besser ist
21. Januar 2022 · Lesezeit: 3 Minuten

Klar, das Produkt muss stimmen. Sonst funktioniert das Ganze schließlich nicht. Doch direkt danach, vielleicht sogar gleichauf, kommt die Ansprache …

Weiterlesen
So verhinderst du Warenkorbabbrüche
13. November 2021 · Lesezeit: 3 Minuten

Vermutlich kennst du das: Du stöberst durch den Shop – auf der Suche nach einer Thermo-Laufhose. Du findest auch ein …

Weiterlesen